Umbruch im globalen Kapitalismus. Abstieg der G7-Metropolen – Aufstieg der Schwellenländer

Friedenspolitische Aktivitäten im Sinne einer gerechten Welt bedürfen fundierter sozialwirtschaftlicher Kenntnisse. 1990 gründeten kritische Menschen aus dem Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie aus den Gewerkschaften in München das isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. Seitdem sind zahlreiche, wertvolle Studien und Berichte durch dieses Institut veröffentlicht worden [1].

Im April 2015 erschien die Studie Umbruch im globalen Kapitalismus. Abstieg der G7-Metropolen – Aufstieg der Schwellenländer.

Diese Studie beschäftigt sich mit den Veränderungen der Lebensbedingungen bedingt durch die neoliberale Globalisierung. Die aktuellen Strukturen des globalen Kapitalismus, die transnationalen Verflechtungen, das Anschwellen der Finanzmärkte sowie die wachsende soziale Ungleichheit werden dargestellt. Gesondert werden die Entwicklungen in den BRICS-Ländern und deren Bedeutung für die Weltordnung unter friedenspolitischen Aspekten untersucht. Aus der umfassenden Analyse ergeben sich unter anderem die folgenden Thesen [2]:

Weiterlesen: Umbruch im globalen Kapitalismus

۞۞۞

Kontakt:

isw e.V.
Johann-von-Werth-Str. 3
80639 München

Telefon: 089/130041
Fax: 089/1689415

Email: isw_muenchen@t-online.de

"از عشق سخن بگو، رها کن همه را"

۞“از عشق سخن بگو، رها کن همه را“

با سپاس از دانه کارانِ داد و دانش و مهر

۞۞۞

آتش و آگاهیِ نهان و عیان

جان گرفته درونِ مغزها و سینه ها

می گشاید همی دیده ها به سویِ رنگ های بیشمار

لابلایِ نقش های سیاه و سپیدِ خبرنامه ها

پا می نهیم باز برفروخته برون

از زیرِ آوارِ انبوهِ روزمرّه ها

نَرم می نشینیم هوشیار و تیزبین

بر منظرِ فراخِ پرواز و پرنده ها

می بندیم بارِ دگر کمر، سرفراز و استوار و پایدار

شادمان به کارزارِ گرانِ روان در صحنه ها

در وجودمان هم خروشنده دریایِ درد و

هم بلند آسمانِ آرمان و امید و اراده ها

۞۞۞

برگرفته از سرودهء اندیشمندِ بزرگوار محمّد رضا شفیعی کدکنی ۞

از عشق سخن بگو

در کوچه ز دور بشنو این همهمه را
یک پرده فراتر آر این زمزمه را
هر چند سخن ز عشق گفتن خطری ست
.از عشق سخن بگو، رها کن همه را

۞۞۞

Rotenburg an der Fulda
دوّم تیر ماه هزار و سیصد و نود و چهار

۞۞۞

:نسخه برای چاپ

 از عشق سخن بگو

Gedicht der Erlösung (Yaghma Golrouee) شعرِ رهایی

Frauen spielten und spielen im Iran eine entscheidende Rolle im vielschichtigen Kampf für eine gerechte Gesellschaft. Diese Gegebenheit würdigend hat der iranische Poet und Liedermacher Yaghma Golrouee ein Gedicht geschrieben, vertont und mit Frauenbildern versehen [1,2].


۞۞۞

Gedicht der Erlösung
Yaghma Golrouee
allen Frauen meines Landes gewidmet

Lustig, fröhlich und lachend sind wir
obwohl wir im Kerker sind
unser Weg versperrt
unsere Beine erschöpft
und doch sind wir voller Tatendrang und frohen Mutes

Wir sind die Generation mit geballtem Aufschrei
haben uns die Hände gereicht
sind vom Blut umgeben
aber wir wissen
am Ende der Geschichte werden wir frei sein …
***

Hundert Jahre sind wir eingesperrt gewesen
wir bleiben nicht mehr hier
werden zu Fenstern
werden zu Kehlen
singen das Gedicht der Erlösung

Wir sind die Generation mit geballtem Aufschrei
haben uns die Hände gereicht
sind vom Blut umgeben
aber wir wissen
am Ende der Geschichte werden wir frei sein …
***

Wir teilen die gemeinsame Geschichte
und das gemeinsame Leid
sind einig in unserem Zorn
Schulter an Schulter
von Haus zu Haus
folgen wir dem Traum

Wir sind die Generation mit geballtem Aufschrei
haben uns die Hände gereicht
sind vom Blut umgeben
aber wir wissen
am Ende der Geschichte werden wir frei sein …

۞۞۞

Quellenanagaben

[1]

[2]
https://www.facebook.com/YaghmaGolroueeOfficial?pnref=story

۞۞۞

شعرِ رهایی
یغما گلروئی

پیشکش به تمام زنان سرزمینم


خوشحال و شاد و خندونیم
با اینکه توی زندونیم
راهِ ما بسته‌
پای ما خسته‌
… اما آتیش می‌سوزونیم

ما نسلِ پُرِ فریادیم
دستامونو به هم دادیم
غرقهء خونیم
اما می‌دونیم
… آخرِ قصّه آزادیم
***

صد ساله توی زندونیم
دیگه اینجا نمی‌مونیم
پنجره می‌شیم
حنجره می‌شیم
…شعرِ رهایی می‌خونیم

ما نسلِ پُرِ فریادیم
دستامونو به هم دادیم
غرقهء خونیم
اما می‌دونیم
… آخرِ قصّه آزادیم
***

ما همقصّه و همدردیم
بغضامونو یکی کردیم
شونه به شونه
خونه به خونه
… دنبالِ رؤیا می‌گردیم

ما نسلِ پُرِ فریادیم
دستامونو به هم دادیم
غرقهء خونیم
اما می‌دونیم
… آخرِ قصّه آزادیم

۞۞۞

Druckversion: Gedicht der Erlösung

Hoher Preis

Menschen, die sich mit der Politik, aus welchem Grund auch immer, nicht beschäftigen, zahlen immer wieder einen hohen Preis. Denn weiterhin gilt die folgende Feststellung:

„Kapital“, sagt der Quarterly Reviewer, „flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“ (.J. Dunning, l.c.p. 35, 36.) [1]

۞۞۞

[1]
Karl Marx – Friedrich Engels : Das Kapital, 24. Kapitel: Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation, Fußnote Nummer 250.
http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm

Buchempfehlung: Patriarchat und Kapital; von Prof. em. Maria Mies


„“Bücher sind wie Samenkörner. Manchmal sind sie Früchte des Zorns und entstehen aus sozialen Bewegungen. Man wirft sie hinaus in die Welt und weiß nicht, ob und wo der Samen aufgeht. Patriarchat und Kapital entstand aus der internationalen Frauenbewegung.

Dieses Buch ist ganz überwiegend eine Frucht des Zorns. Zorn darüber, dass auch in den sogenannten fortschrittlichen Ländern Frauen Opfer von Diskriminierung und Gewalt sind. Wir Frauen trugen diesen Zorn auf die Straßen. Wir kämpften gegen den Abtreibungsparagraphen §218, gegen die Ungleichbehandlung von Frauen am Arbeitsplatz, in der Bildung, in Wirtschaft und Politik. Vor allem kämpften wir gegen die Gewalt der Männer gegen Frauen in jeglicher Form, sei es durch Vergewaltigungen, im Rahmen häuslicher Gewalt, in der Bildung und in den Medien.

Wir fragten, warum Männer Frauen auf der ganzen Welt so schlecht behandeln, obwohl sie doch Söhne von Frauen, Müttern sind. Wir hatten anfangs noch keinen rechten Begriff für das System, in dem Gewalt gegen Frauen als »normal« gilt. Ich schrieb Patriarchat und Kapital aber nicht nur aus Zorn. Ich wollte die Geschichte dieses frauenfeindlichen Systems, seine tieferen Entstehungsursachen und seine verschiedenen Manifestationen erforschen. Mir war klar, dass Zorn zwar wichtig ist, dass er uns aber ohne theoretische Begründung nicht zu einer Veränderung dieses Systems führen würde. Vor allem fehlten uns damals die richtigen Begriffe, um dieses System zu benennen. Wir nannten es »sexistisch«, »frauenfeindlich«, alles Begriffe, die das Ganze nicht erfassen. Ich suchte nach einem solchen umfassenden Begriff: Für mich war und ist »Patriarchat» der richtige Begriff. Ich entdeckte ihn jedoch nicht, indem ich viele Bücher las, sondern durch meine Erfahrungen in Indien, einem der ältesten der patriarchalen Länder der Welt überhaupt. [……]““

Das Buch „Patriarchat und Kapital“ von Prof. em. Maria Mies, das ich als eine besonders wertvolle Zusammenfassung ihrer aus dem gesellschaftlichen Kampf hervorgegangenen theoretischen und praktischen Erkenntnisse erachte, wurde bereits vorgestellt und empfohlen [1]. Dieses Buch war lange vergriffen und ist erfreulicherweise neu aufgelegt worden. Der oben zitierte Text sowie die folgenden Abschnitte sind Auszüge aus dem Vorwort der neuen Auflage und werden mit freundlicher Erlaubnis des Verlages wiedergegeben.

Weiterlesen: Patriarchat und Kapital2

۞۞۞

[1]  Patriarchat und Kapital1

۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞۞

Patriarchat und Kapital
Prof. em. Maria Mies
bge-verlag München 2015
ISBN 978-3-945432-01-3


۞۞۞

Titel der englischen Ausgabe:
Patriarchy and accumulation on a world scale: women in the international division of labour.
1986; Zed Books London; neue Auflage 2014

Der Kälbermarsch (Bertolt Brecht) رژهء گوساله ها

(ترجمه های آزاد و برداشتها)

۞۞۞

رژهء گوساله ها
Bertolt Brecht (1898-1956)

از پیِ طبل
گوساله ها کُند و مبهوت حرکت می کنند
پوستِ طبل را
.خودِ آنها عرضه می دارند
کشتارگر بانگ می زند: چشم ها سخت بسته
گوساله رژه می رود. با گامی آرام استوار.
گوساله هائی که خونشان در کشتارگاه ریخته شده است
.در فکر در صفوف او رژه می روند

آنها دست ها را بلند می کنند
.آنها را نشان می دهند
دست ها به خون آلوده اند
.ولی همچنان تهی هستند
کشتارگر بانگ می زند: چشم ها سخت بسته
گوساله رژه می رود. با گامی آرام استوار.
گوساله هائی که خونشان در کشتارگاه ریخته شده است
.در فکر در صفوف او رژه می روند


آنها صلیبی را به پیش می برند
بر روی پرچم هائی به سرخی خون
این برای مردِ تهیدست
.اشکالی عظیم در بردارد

کشتارگر بانگ می زند: چشم ها سخت بسته
گوساله رژه می رود. با گامی آرام استوار.
گوساله هائی که خونشان در کشتارگاه ریخته شده است
.در فکر در صفوف او رژه می روند


۞۞۞

Der Kälbermarsch
Bertolt Brecht (1898-1956)

Hinter der Trommel her
Trotten die Kälber
Das Fell für die Trommel
Liefern sie selber.
Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

Sie heben die Hände hoch
Sie zeigen sie her.
Die Hände sind blutbefleckt
Doch immer noch leer.

Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

Sie tragen ein Kreuz voran
Auf blutroten Flaggen
Das hat für den armen Mann
Einen großen Hacken.

Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.
Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

۞۞۞

Quelle: Bertolt Brecht. Die Gedichte. Herausgegeben von Jan Knopf. Suhrkamp Verlag. 2007. Seite 1010

۞۞۞

۞۞۞

Druckversion: Der Kälbermarsch

Feine Finger (Karl Ernst Knodt) انگشتان ظریف


(ترجمه های آزاد و برداشتها)


۞۞۞

انگشتان ظریف
Karl Ernst Knodt (1856-1917)

انگشتانی ظریف باید داشته باشی
،تا قلبی را پریشان نکنی
انگشتانی که نقرهء ماه
.و عطرِ گلهای سرخ را لمس کنند

…عشق در این چنین هستی لطیفی زندگی می کند
برای آنکه شیدائی به سردی نگراید
باید انگشتانی ظریف داشته باشی
.انگشتانی که روان را لمس کنند

۞۞۞

Feine Finger
Karl Ernst Knodt* (1856-1917)

Feine Finger mußt du haben
Um ein Herz nicht zu zerwühlen,
Finger, die des Mondes Silber
Und den Duft der Rosen fühlen.

Liebe lebt solch zartes Leben…
Um die Glut nicht zu verkühlen,
Mußt du feine Finger haben,
Finger, die die Seele fühlen.

۞۞۞

*
http://www.gedichte.eu/71/knodt/karl-ernst-knodt.php

۞۞۞

Druckversion: Feine Finger

Stop starving out the people of Syria! End the embargo, so that Syria can live in peace. // Beenden Sie das Aushungern des syrischen Volkes! Schluss mit dem Embargo, damit Syrien Frieden bekommt!

source:
http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/wp-content/uploads/2015/06/appell-in-englischer-sprache.pdf

Appeal to Chancellor Angela Merkel and the members and parliamentary groups of the German Bundestag and the European Parliament:

Stop starving out the people of Syria!
End the embargo, so that Syria can live in peace.

For more than four years, the U.S.A. and its allies have been waging concealed war on Syria: they supply Islamist groups with up-to-date weaponry, and have their “military advisers” train them in camps in Turkey and Jordan for bloody missions in Syria. As in the Seventies and Eighties in Afghanistan, the Wahhabite regime in Saudi Arabia and the Gulf emirates provide billions of dollars to recruit and arm ISIS and the Al-Nusra Front.

The responsibility of the German government and the EU

The EU and the German government are participating in this dirty war against Syria. Since 2011, they have placed an embargo on Syria. The stated goal of this embargo is to cripple Syria’s economy and force its population to rebel against their government. Together with the U.S.A. and the rulers of Saudi Arabia and the Gulf emirates, the EU and the German government have

● “frozen” the country’s foreign credit balances, and

● banned imports from Syria, in particular of crude oil. All monetary transactions have been prevented, in order to deprive the country of the revenues to purchase goods that it needs for its population and economy. Even bank transfers from Syrians living and working abroad to their relatives are no longer possible.

● banned exports to Syria, in particular of fuel and heating oil, as well as the technology and equipment for pumping and refining petroleum or liquefying natural gas, and for generating stations. But without fuel and electricity, farming and food production, trades and industry come to a halt.

On 14 December 2012, the German state television news programme Tagesschau already asked cynically “How long can Assad’s economy survive this?”, and added triumphantly “Syria’s economy is in a bad state. Even before the popular rebellion, 30% of the people live on not much more than one euro a day. There is galloping inflation. Food costs twice as much. Diesel fuel and imports scarce. Electricity is switched off for three hours even in Damascus, and longer elsewhere.” Today, three years later, Syria’s GDP has sunk by 60%, and the unemployment rate has shot up from barely 15% to 58%. 64.7% of Syrians live in extreme poverty, and can no longer afford even the barest necessities of food. In this desperate situation, violence, fanaticism, and crime flourish; terrorist organizations such as ISIS and the Al-Qaeda affiliate Al-Nusra can recruit easily.

To starve out a people deliberately is a crime!

The embargo against Syria, a developing country, is an inhuman form of warfare, directed against the civilian population. In the Nineties, more than a million people, including over half-a-million children, perished as a result of the embargo in Iraq. Do we want to top that figure? The embargo against Syria only intensifies the bloody battles there. 220,000 dead, almost a million maimed or injured, more than ten million people fleeing – is that still not enough?

We call upon you, Chancellor Merkel, and the members and parliamentary groups of the Bundestag and European Parliament, to act immediately:

● Lift the embargo against Syria, so that the country’s economy can recover, and further impoverishment of the people be prevented.

● Grant the country humanitarian and reconstruction aid generously.

● Restore diplomatic relations with Syria. Respect its sovereignty.

It is high time for the German government and the EU to assume a role as mediator in this conflict, and make a contribution to restoring peace in Syria and the region.

Maintaining the embargo means being an accomplice to genocide!

۞۞۞

German version and list of signatories:

http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/?p=1048

۞۞۞


For signing send a message to Mr Bernd Duschner or visit the homepage of „Friendship with Valjevo.de“.

Bernd Duschner
0049-171-3374658
Samhofstrasse 2a
D-85276 Pfaffenhofen
Germany

http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/

bernd@freundschaft-mit-valjevo.de

۞۞۞

Vor vier Jahren verhängten die „Freunde Syriens”, die EU, USA und die Golfmonarchien, ein Embargo gegen Syrien: seine Auslandsguthaben wurden eingefroren, Importe aus Syrien verboten.
Dem Land sollte jede Einkommensquelle genommen werden. Ebenfalls verboten wurden Exporte von Treibstoff, Erdöl, Technik und Ausrüstung nach Syrien, um die Wirtschaft dieses Landes lahmzulegen und seine Regierung zum Fall zu bringen.

Ist das verantwortungsbewusste, ist das menschliche Politik? Wie würde es in unserem Land aussehen, wenn USA, unsere europäischen Nachbarn und die arabische Welt gemeinsam gegen Deutschland ein Embargo verhängen würde? Was wäre mit unseren Arbeitsplätzen in Automobilindustrie, Maschinenbau, chemischer- und elektrotechnischer Industrie, wenn wir nichts mehr exportieren dürften? Was wäre, wenn man uns keinen Treibstoff, kein Erdgas und kein Heizöl mehr verkaufen würde? Hätten wir noch genügend Lebensmitteln zum Essen?

Müssen wir uns wirklich wundern, wenn heute nach vier Jahren Embargo in Syrien Hunger herrscht, überall Gewalt um sich greift, das Volk sich in einem blutigen Bürgerkrieg zerfleischt, Millionen auf der Flucht sind?

Helfen Sie mit, das Aushungern des syrischen Volkes zu beenden. Geben Sie ihre Unterschrift unter dem Appell an Bundeskanzlerin, Fraktionen und Abgeordnete, das Embargo gegen Syrien unverzüglich aufzuheben.

Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Abgeordneten und Fraktionen im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament

Beenden Sie das Aushungern des syrischen Volkes! Schluss mit dem Embargo, damit Syrien Frieden bekommt!

Seit über vier Jahren führen die USA mit ihren Verbündeten verdeckt Krieg gegen Syrien: sie beliefern islamistische Gruppen mit modernsten Waffen und lassen sie von Militärberatern in Lagern in der Türkei und Jordanien für den blutigen Einsatz in Syrien ausbilden. Das wahabitische Regime in Saudi-Arabien und die Golfmonarchien stellen ähnlich wie in den 70er und 80er Jahren in Afghanistan Milliarden Dollar für die Rekrutierung und Bewaffnung von ISIS und Al Nusra zur Verfügung.


Die Verantwortung der Bundesregierung und der EU

An diesem schmutzigen Krieg gegen Syrien beteiligen sich EU und Bundesregierung. Seit 2011 haben sie ein Embargo gegen Syrien verhängt.

Erklärtes Ziel dieses Embargos ist es, die Wirtschaft Syriens zum Erliegen zu bringen und seine Bevölkerung zum Aufstand gegen die eigene Regierung zu treiben. Gemeinsam mit den USA und den Herrschern Saudi-Arabiens und der Golfmonarchien haben EU und Bundesregierung

● die Auslandsguthaben dieses Landes „eingefroren“ und

● die Importe aus Syrien, besonders von Rohöl, verboten. Jeder Geldverkehr wurde unterbunden, um dem Land seine Einnahmen zum Einkauf der Güter zu entziehen, die es für seine Bevölkerung und Wirtschaft benötigt. Selbst Überweisungen syrischer Gastarbeiter an ihre Verwandten sind nicht mehr möglich.

● Exporte nach Syrien, insbesondere von Treibstoff, Heizöl sowie von Technologie und Ausrüstung zur Förderung und Raffination von Erdöl bzw. Verflüssigung von Erdgas und für Kraftwerke zur Stromgewinnung, wurden untersagt. Ohne Treibstoff und Strom aber kommen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Handwerk, Industrie zum Erliegen.

Zynisch fragte die Tagesschau bereits am 14. Februar 2012: „Wie lange hält Assads Wirtschaft das durch?“ und fuhr triumphierend fort: „Jetzt geht es Syriens Wirtschaft schlecht. 30 Prozent der Menschen lebten schon vor dem Volksaufstand von nicht viel mehr als einem Euro am Tag. Die Inflation galoppiert. Lebensmittel sind doppelt so teuer, Diesel und Importe knapp. Strom wird selbst in Damaskus drei Stunden abgeschaltet, anderswo länger“. Heute, drei Jahre später, ist das Sozialprodukt Syriens um 60 % eingebrochen, die Arbeitslosenquote von knapp 15 % auf 58 % hochgeschnellt. 64,7 % der Syrer leben in extremer Armut und können sich selbst die notwendigsten Lebensmittel nicht mehr kaufen. In dieser verzweifelten Situation gedeihen Gewalt, Fanatismus, Kriminalität, können Terrororganisationen wie ISIS und Al Nusra leicht rekrutieren.

Ein Volk gezielt aushungern, ist ein Verbrechen

Das Embargo gegen das Entwicklungsland Syrien ist eine unmenschliche Form der Kriegsführung. Sie richtet sich gegen die Zivilbevölkerung. Mehr als eine Millionen Menschen, darunter über 500.000 Kinder mussten in den 90er Jahren infolge des Embargos im Irak sterben. Soll das jetzt übertroffen werden? Das Embargo gegen Syrien wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Es heizt die blutigen Kämpfe in diesem Land an. 220.000 Tote, fast eine Million Verletzte und Verstümmelte, über zehn Millionen Menschen auf der Flucht – reicht das immer noch nicht?

Wir fordern Sie, Frau Bundeskanzlerin, die Abgeordneten und Fraktionen im Bundestag und Europaparlament auf, umgehend tätig zu werden

● Das Embargo gegen Syrien ist aufzuheben, damit sich die Wirtschaft des Landes wieder erholen und eine weitere Verelendung dieses Volkes verhindert werden kann.
● Dem Land ist großzügig humanitäre und Wiederaufbauhilfe zu gewähren
● Die diplomatischen Beziehungen mit Syrien sind wieder herzustellen. Seine Souveränität ist zu respektieren.

Es ist höchste Zeit, dass Bundesregierung und EU in diesem Konflikt eine Rolle als Vermittler übernehmen und ihren Beitrag zur Wiederherstellung des Friedens in Syrien und der Region leisten.

Das Embargo weiter aufrechtzuerhalten, heißt, sich an einem Völkermord mitschuldig zu machen!

V.i.S.d.P. Bernd Duschner, Samhofstrasse 2a, 85276 Pfaffenhofen

۞۞۞

Erstunterzeichner, Samstag 6. Juni 2015

Dr. Friedrich-Martin Balzer, Historiker

Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Musiker, Kabarettist

PD Dr. Johannes M. Becker, Marburg

Rolf Becker, Schauspieler

Wolfgang Bittner, Schriftsteller

Reiner Braun, Geschäftsführer der „Internationale Juristen und Juristinnen gegen den Atomkrieg (IALANA)

Volker Braun, Schriftsteller

Volker Bräutigam, Publizist

Heinrich Bücker, Coop Anti. Regscafe Berlin

Sevim Dagdelen, MdB, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion

Daniela Dahn, Schriftstellerin

Dieter Dehm, MdB, mittelstandspolitischer Sprecher

Hartmut Drewes, Pastor i. R., Bremer Friedensforum

Bernd Duschner, Dipl. Volkswirt, Vorsitzender von Freundschaft mit Valjevo e.V.

Dr. Salem El-Hamid, Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft

Peter Feininger, Privatlehrer für Kunst und Musik, Redakteur http://www.forumaugsburg.de

Anneliese Fikentscher, Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie

Wolfgang Gehrcke, MdB, stellvertretender Vorsitzender und außenpolitischer Sprecher der Linkspartei

Senne Glanschneider, stellv. Bundesvorsitzende Arbeiterfotografie

Annette Groth, MdB, menschenrechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion

Joachim Guilliard, Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg

Heike Hänsel, MdB, Entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion

Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenkerverbandes

Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Michael Held, Sprecher des ökumenischen Netzes in Deutschland

Inge Höger, MdB, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion

Prof. Dr. rer. nat. Peter Horn, IAEA-Expert in Isotope Geochemistry

Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll, Priv. Doz.

Ulla Jelpke, MdB, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion

Claudia Karas, Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina

Dr. Helmut Käss, Braunschweig

Dr. Sabine Kebir, Privatdozentin

Peter Kleinert, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung

Susanna Kuby, Publizistin

Dr. Brigitte Kustosch, Lehrerin i. R

Dr. Helmut Lohrer, International Councillor IPPNW Deutschland

Professor Domenico Losurdo, Universität Urbino, Präsident der Internationalen Gesellschaft für dialektisches Denken

Pascal Luig, Vorstandsmitglied der Naturwissenschaftlerinitiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit

Dr. phil. habil. Karl Melzer, Arabist und Philosoph

Ulrich Mercker, Bonner Friedensbündnis

Dr. Amir Mortasawi, Arzt und Autor

Albrecht Müller, Publizist und Herausgeber der NachDenkSeiten, Planungschef im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt

Dr. Izzedin Musa, Diplom-Geologe i. R

Harald Nestler, Handelsrat a. D, Sprecher des Ortsverbandes Berlin-Köpenick der GBM e. V

Alexander S. Neu, MdB, Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuß

Andreas Neumann, Vorstand Arbeiterfotografie

Norman Paech, Völkerrechter, Universität Hamburg

Doris und George Pumphrey, Berlin

Ellen Rohlfs, Mitglied der Deutsch-palästinensischen Gesellschaft und der Friedensgruppe Gush Shalom, Israel

Jürgen Rose, Oberstleutnant a. D. und Publizist

Professor Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler und Friedensforscher

Dr. Werner Rügemer, Publizist

Rainer Rupp, Journalist

Erich Schaffner, Schauspieler und Rezitator

Dr. Sabine Schiffer, Leiterin des Institut für Medienverantwortung

Erasmus Schöfer, Schriftsteller

Jochen Scholz, Oberstleutnant a.D.

Renate Schönfeld, Pfarrerin i.R.

Eckart Spoo, Publizist und Herausgeber des Ossietzky

Thomas Immanuel Steinberg, ehemals SteinbergRecherche

Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher

Dr. med. Jens Wagner, IPPNW

Willy Wimmer, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung a.D.

Laura Freiin von Wimmersperg, Moderatorin der Berliner Friedenskoordination

Lucas Zeise, Finanzjournalist

۞۞۞

Neue Unterzeichner können Herrn Bernd Duschner eine Nachricht schicken oder auf der Seite des Vereins „Freundschaft mit Valjevo.de“ unterschreiben.

Bernd Duschner
0049-171-3374658
Samhofstrasse 2a
D-85276 Pfaffenhofen

http://www.freundschaft-mit-valjevo.de/wordpress/

bernd@freundschaft-mit-valjevo.de